Sichtbar werden, ohne sich zu verstellen. Gedanken zu LinkedIn und Jobsuche
- CV&Mentoring

- 16. März
- 2 Min. Lesezeit
LinkedIn ist heute für viele Menschen so etwas wie eine große Bühne des Berufslebens. Und gleichzeitig höre ich in Gesprächen mit Bewerbern immer wieder dieselbe Frage: Muss ich dort eigentlich aktiv sein, wenn ich einen Job finden möchte? Die ehrliche Antwort ist: Nein, ein LinkedIn-Profil ist kein Muss, aber es kann ein sehr hilfreiches Werkzeug sein.

Viele Menschen sehen LinkedIn nur als digitale Version ihres Lebenslaufs. Ein Ort, an dem man einmal seine Stationen einträgt und dann darauf wartet, dass vielleicht irgendwann ein Recruiter vorbeikommt. In der Realität funktioniert die Plattform etwas anders. LinkedIn lebt von Sichtbarkeit, von Austausch und von einem gewissen Maß an persönlicher Präsenz. Das bedeutet aber nicht, dass man jeden Tag Beiträge schreiben oder sich permanent selbst vermarkten muss. Gerade wenn man als Arbeitnehmer unterwegs ist und nicht als Influencer oder Unternehmer, reicht oft schon ein gesundes Maß an Aktivität. Zum Beispiel durch das Vernetzen mit Menschen aus der eigenen Branche, mit Recruitern, HR-Personen, Kollegen aus ähnlichen Berufsfeldern oder auch mit anderen Menschen, die gerade auf Jobsuche sind. Oft entstehen genau aus diesen Kontakten interessante Gespräche, Hinweise auf Stellen oder neue Perspektiven.
Viele unterschätzen auch die kleinen Dinge auf LinkedIn. Ein „Like“ unter einem Beitrag wirkt unscheinbar, zeigt aber trotzdem Präsenz. Ein kurzer, ehrlicher Kommentar kann noch mehr bewirken, weil dadurch eine echte Interaktion entsteht. Und genau diese Interaktionen sorgen dafür, dass das eigene Profil für andere sichtbarer wird.
Wenn man selbst Beiträge schreibt, müssen diese übrigens nicht spektakulär sein. Es geht nicht darum, perfekte Karrieregeschichten zu erzählen. Viel interessanter sind oft ehrliche Gedanken über die eigene Arbeitsweise, über Erfahrungen im Bewerbungsprozess oder darüber, was man sich von einem zukünftigen Arbeitgeber wünscht.
Das ist keine Werbung im klassischen Sinne.
Es ist eher eine indirekte Form der Selbstvorstellung.
Gleichzeitig gibt es eine kleine Regel, die ich persönlich für sehr wichtig halte: LinkedIn ist kein Ort für Frust oder öffentliche Abrechnungen. Natürlich darf man über schwierige Erfahrungen sprechen, und auch der Bewerbungsprozess kann manchmal frustrierend sein. Aber pauschale Kritik an Unternehmen oder HR-Abteilungen wirkt selten professionell und schreckt im Zweifel genau die Menschen ab, die man eigentlich erreichen möchte.
Interessiert es zukünftige Arbeitgeber überhaupt, was jemand auf LinkedIn schreibt oder teilt? In vielen Fällen ja. Nicht unbedingt jedes Detail, aber doch die Art, wie jemand denkt, kommuniziert und sich präsentiert. Gerade heute achten viele Unternehmen nicht mehr nur auf Qualifikationen, sondern auch auf Persönlichkeit, Haltung und Arbeitsweise und genau hier kann LinkedIn einen Unterschied machen.
Ein gepflegtes Profil mit einem guten Foto, einer klaren Beschreibung der eigenen Stärken und vielleicht einem persönlichen Banner sagt oft mehr als ein nüchterner Lebenslauf. Es zeigt nicht nur, was jemand gemacht hat, sondern auch ein Stück weit, wer diese Person ist. Für mich persönlich ist LinkedIn genau deshalb eine spannende Plattform. Man kann sich dort professionell präsentieren, ohne dabei unpersönlich zu wirken. Man kann Gedanken teilen, Menschen kennenlernen, Fragen stellen und manchmal sogar Chancen entdecken, mit denen man gar nicht gerechnet hat.
Ich selbst habe über LinkedIn bereits einige Vorstellungsgespräche bekommen, einfach durch Kontakte, Gespräche und Sichtbarkeit. Deshalb sehe ich LinkedIn nicht als Pflicht, sondern eher als Möglichkeit.
Eine Möglichkeit, sich zu zeigen.
Eine Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen.Und manchmal auch eine
Möglichkeit, dem nächsten beruflichen Schritt ein kleines Stück näher zu kommen.




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